War ich froh als ich abends gegen 20 Uhr in der Pham Ngu Lao Street im District 1, Saigon aus dem Bus aussteigen konnte. Für die knapp 450km aus Sihanoukville in Kambodscha war ich mit dem Bus knapp 12 Stunden unterwegs. Hier in Südostasien ticken die Uhren halt doch etwas anders. Schon allein der Grenzübertritt von Kambodscha nach Vietnam war wieder ein Erlebnis.

Der ganze Vorgang am Grenzübergang Krong Bavet / Mộc Bài nahm schon alleine ca. zwei Stunden in Anspruch. Alles ging seinen sozialistischen/kommunistischen Gang. Na sei es drum, hier hat eben alles seine Ordnung – zumindest was den Grenzübertritt betrifft.

Angekommen in der Unterkunft (Saigon Backpackers Hostel), bezog ich mein Zimmer im Dorm und hatte eigentlich keine Lust mehr das Zimmer zu verlassen. Als ein junges Pärchen aus Finnland auch noch ins Zimmer kam, war dann der Plan aber auch gleich wieder hinfällig denn die beiden überredeten mich noch auf einen Absacker in die Bùi Viện Road mitzukommen. Was Finnen unter einem Absacker verstehen, kann sich jeder denken der schon mal in Finnland war und die Alkoholpreise dort kennt. Denn bei Bierpreisen die ca. 1/4 des finnischen Preises für ein Bier entsprechen, haben sich die beiden nach allen Regeln der Kunst ins Bier-Nirvana befördert. Die Quittung war ein vollgekotztes Bad für alle und speziell für die beiden ein mächtiger Kater am nächsten Tag.

Blick vom Hostelbalkon

Sightseeing in Saigon – Notre Dame, Ben Thanh Market und Dong Khoi Street

Die nächsten zwei Tage waren für Sightseeing in Saigon eingeplant. Am ersten Tag lief ich also erstmal los in Richtung Dong Khoi Street. Hier kann man wunderbar den kolonialistischen Einfluss Frankreichs auf die Architektur in Saigon bestaunen. Es gibt sehr viele Cafe’s, Shops und Restaurants. Allerdings ist das preislich doch eher westeuropäisches Niveau und nicht typisch vietnamesisch. Kann man sich aber trotzdem mal anschauen und etwas flanieren gehen. Vorbei am Theater erreicht man dann am Ende der Dong Khoi Street die Saigon Cathedral of Notre Dame. Wenn man das dann vor sich sieht, wähnt man sich wirklich nicht mehr mitten im alten Indochina sondern es erinnert wirklich eher an eine mitteleuropäische Stadt. Direkt gegenüber der Kathedrale befindet sich das imposante Hauptpostamt (Central Post Office).

Notre Dame

Auf dem Rückweg in Richtung Pham Ngu Lao machte ich dann noch Halt am Ben Than Market. An diesem eindrucksvoll beleuchteten Markt kann man einfach nicht vorbeigehen. Wenn man sich in den verworrenen Gassen innerhalb des Marktes einmal verloren hat wird man von allen Seiten dazu angehalten etwas zu kaufen. Und hier gibt es wirklich alles möglich käuflich zu erwerben. Ich glaub hier gibt es nichts was es nicht gibt.

Am Abend hab ich mich dann in eine kleine Seitengasse der Bùi Viện Road verzogen und bei einem der typischen „Restaurants“ der Einheimischen quasi in der heimischen Küche zu essen. HIer ist das ohnehin schon gute und günstige Essen in Vietnam nochmal um einiges günstiger. Und unheimlich gut. Hier traf ich dann auch eine Gruppe Belgier, Holländer und Amis mit denen ich dann abends noch diverse Kneipen und Clubs besucht habe.

War Remnants Museum, Pagode des Jade-Kaisers und Saigon Skydeck

Am zweiten Tag hat mich dann dann beim Ben Thanh Market einer der zahlreichen Cyclo Fahrer angesprochen ob ich nicht Lust auf eine Rundfahrt hätte. Eine Rundfahrt sollte es nicht werden, aber interessiert war ich schon an diesem typischen Fortbewegungsmittel in Saigon. Nach zähen Verhandlungen über die Entlohung schwang ich mich also in das Cyclo und ließ mich zum War Remnants Museum (Kriegsmuseum) kutschieren.

Wirklich eine beeindruckende Ausstellung von unzählgen Bildern, die das Grauen des Vietnamkriegs deutlich machten. Beim anschauen der Bilder auf insgesamt drei Ebenen hatte ich nicht nur einmal einen Kloß im Hals. Bei manchen der ausgestellten Bilder musste ich wirklich schnell vorbei gehen und war „froh“ als ich wieder raus konnte. Das die Ausstellung an den meisten nicht spurlos vorbei geht, sieht man ganz deutlich wenn man sich die Gesichtsausdrücke der herausströmenden Menschen ansieht. Auf der Freifläche gibt es dann noch altes amerikanisches Kriegsgerät zu sehen.

War Remnants Museum

Doch Saigon hat noch mehr zu bieten, also ging’s direkt vom Kriegsmuseum mit dem Taxi zur Pagode des Jadekaisers. Hier herrschte auf jeden Fall geschäftiges Treiben. Leider wurde der Teich vor der Pagode, in dem sich Dutzende Schildkröten tummeln gerade gesäubert. Durch diesen Teich hat die Pagode auch den Beinamen „Schildkrötenpagode“. In der Pagode selbst wird man förmlich vom Weihrauchduft erschlagen, denn es werden hunderte Räucherstäbchen abgezündet. Auf jeden Fall ein sehr lohnenswerter Ausflug. Vielleicht sollte man den Besuch an den Anfang des Tages verlegen um den Touristenströmen zu entgehen. Wobei dort vermutlich immer Hochbetrieb herrscht, aber eben mehr durch Einheimische.

Pagode des Jadekaisers

Nach dem Abendessen in der Bùi Viện Road, gönnte ich mir noch einen wundervollen Ausblick bei Nacht über die Saigon. Am besten kann man diesen Blick vom höchsten Gebäude Vietnams, dem Bitexco Financial Tower erleben. Hier geht’s für den Preis von 200.000 VND (Vietnamesische Dong) in den 50. bzw. 51. Stock. Vom Saigon Skydeck hat man nun einen genialen Blick über die Millionenmetropole.

Ausblick vom Saigon Skydeck

Natürlich gibts in Saigon noch unendlich viel mehr zu sehen. Aber für zwei Tage ist das zumindest schon mal ein Anhaltspunkt. Wirklich ans Herz legen kann ich das War Remnants Museum – das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, auch wenn es zum Teil ganz schön hart ist was man dort zu sehen bekommt.

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