Was hab ich mir Gedanken über das vielbeschworene Mistwetter in Irland gemacht… um es vorweg zu nehmen. Wir hatten unglaubliches Glück und Petrus hat es wirklich gut gemeint mit uns.

Pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang am 1. Juni ging die Reise los. Vierzehn Tage Irland bzw. wandern auf dem Kerry Way. Der gesamte Weg sind ca. 220km, was mir doch relativen Respekt einflößte, da ich so eine Wandertour vorher noch nie gemacht hatte. Allerdings hatten wir uns aber schon vorher darauf verständigt nicht auf Teufel komm raus jeden Kilometer des Weges zu laufen. Sollte ja Urlaub werden und kein Stress.

Irland, wir kommen…

… und zwar mit dem Flieger von Frankfurt Hahn direkt nach Kerry. Am Tag der Ankunft sah es allerdings noch nicht nach dem erwähnten schönen Wetter aus, sondern eher nach Weltuntergang. Der Pilot warnte uns beim aussteigen vor dem starken Wind und wir sollten vorsichtig sein. Na schönen Dank auch!

Kerry Way – Etappe 1 – Killarney nach Black Valley

Am Vorabend in Killarney haben wir uns noch mit einigen brauchbaren Utensilien versorgt wie z.B. Gaskartuschen und ein bisschen Proviant. Am Dienstag Morgen ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück im Railway Hostel auch schon los. Der Rucksack auf dem Rücken und den Kerry Way vor Augen, verließen wir Killarney in Richtung Nationalpark. Vorbei am Muckross House und dem Torc Waterfall ging es direkt in eine für mich unwirklich erscheinende Welt im Killarney Nationalpark… große weite Moorlandschaften Flächen ohne Bäume und Sträucher. Nur Gras und Moos soweit das Auge reicht.

Der zweite Teil der Etappe führte uns dann durch einen „Märchenwald“ wieder bergab in Richtung Upper Lake. Wir hielten dann schon immer ein wenig Ausschau nach geeigneten Zeltplätzen, aber wie wir auch auf der weiteren Tour feststellen mussten, sind diese am Kerry Way sehr rar gesät. Entsprechend froh waren wir dann auch als wir nach ca. 21km das Black Valley Hostel erreicht haben. Kaputt und echt müde sind wir nach dem Essen ins Bett gefallen.

Blick auf Muckross Lake Im Killarney Nationalpark Märchenwald

Kerry Way – Etappe 2 – Black Valley nach Glencar

Das Wetter am zweiten Tag war zum Wandern perfekt. Nach einem leckeren Frühstück machten wir uns erst einmal auf den Weg in Richtung Bridia Valley. Vorbei an den höchsten Bergen Irlands ging es dann zum ersten richtigen Aufstieg über den Pass ins Bridia Valley. Ein fantastischer Ausblick der sich hier geboten hat.

Nach einer kurzen Rast im Cookie Monsters Cafe in Maghanlawaun, einem netten kleinen Cafe, führte uns der Kerry Way über einen steilen Anstieg hinaus aus dem Bridia Valley in Richtung Glencar. Nachdem wir auf der anderen Seite den Abstieg gemeistert hatten, versuchten wir die doch noch recht raren Sonnenstrahlen einzufangen und ein bisschen Wärme zu tanken.

Nach einem kurzen Weg beschlossen wir dann das Nachtlager heute im Freien aufzubauen. Der Entschluss war gefasst, nur am richtigen Platz haperte es irgendwie noch. Schließlich fanden wir auf einer Weide einen astreinen Steinkreis in dessen Mitte bequem unsere zwei Zelte Platz fanden. Also gesagt getan, weit und breit kein Mensch zu sehen, das Zelt wurde aufgebaut. Die einzigen Gäste die uns ab und an neugierg beäugten waren… Schafe! Was auch sonst!

Nach Zeltaufbau und Abendessen haben wir uns dann aber aufgrund von massivem Midget-Alarm schnell in die Zelte verzogen.

Aber alles in allem bleibt festzuhalten: Ein extrem genialer Platz zum zelten und eine fantastische Kulisse.

Symbol des Kerry WayBlick ins Bridia ValleyUnser Zeltplatz im Steinkreis

Kerry Way – Etappe 3 – Glencar nach Glenbeigh

Am nächsten Morgen wurden die Zelte in aller Ruhe unter den interessierten Augen der umherstreunenden Schafe wieder abgebaut. Die heutige Etappe sollte eine der ruhigeren werden, weil nicht so lang wie bisher und auch die Strecke an sich war nicht so anspruchsvoll.

Das haben wir nach ca. 4km auch gleich genutzt und haben uns in einem Pub in Glencar niedergelassen. Die ganze Rast dauerte dann auch seine Zeit und nebenbei haben wir noch eine Begleitung für unseren Weg nach Glenbeigh getroffen.

Der Kerry Way führte uns dann heute wieder durch märchenhafte Wälder und über das Windy Gap direkt nach Glenbeigh. Im Ort angekommen steuerten wir gleich das Sleepy Camel Hostel an. Gegessen wurde dann im Glenbeigh Hotel und im örtlichen Pub haben wir noch einen Absacker genommen.

Unterwegs in Richtung Windy Gap Rast am Windy Gap Blick auf das Tal von Glenbeigh

Kerry Way – Etappe 4 – Glenbeigh nach Cahersiveen

Heute stand dann nun die bisher längste Etappe des Kerry Way auf dem Plan. Von Glenbeigh über Kells nach Cahersiveen. Das Wetter sah extrem vielversprechend aus, angenehme Temperaturen und blauer Himmel. Die ersten Kilometer ging es auf schönen weichen Waldwegen in Richtung Westen. Rossbeigh haben wir rechts von uns und dem Berg liegen lasssen.

Nachdem wir die N70 – den Ring of Kerry – überquert haben, ging es wieder ein wenig bergauf und ein gigantischer Ausblick auf die Bucht von Dingle tat sich vor uns auf. Wir wanderten am Bergrücken des Drung Hill entlang und man konnte sich gar nicht satt sehen. Die Farben und der unglaubliche Ausblick zogen einen förmlich in seinen Bann.

Irgendwann mussten wir aber dennoch weiter und den fantastischen Ausblick hinter uns lassen. Drung Hill haben wir links neben uns liegen lassen und wanderten weiter in Richtung Kells. In einem kleinen Waldstück konnten wir dann endlich eine Rast ohne den heute allgegenwärtigen Sturm machen. Danach ging es immer weiter, scheinbar ohne Ende geradeaus.

Bei Foilmore hab ich dann aufgegeben. Die Aussicht auf weitere 8km nach bereits 20km haben mich völlig demotiviert. Und wie es der Zufall so will hat eine nette Dame aus Cahersiveen angehalten und erkundigte sich nach einem älteren Paar welches Sie eigentlich abholen wollte. Wir haben aber niemanden gesehen auf unserem Weg. Das nahm die Dame gleich zum Anlass uns zu fragen ob wir nach Cahersiveen mitfahren wollen. Vielleicht hat Sie sich gedacht: „Das ich nicht ganz umsonst raus gefahren bin!“ Wahrscheinlicher ist aber, dass wir einfach wieder einen ganz wunderbaren Menschen getroffen haben auf unserem Weg.

Angekommen in Cahersiveeen liefen wir schnurstracks ins Sive Hostel um in Ruhe zu duschen. Gemeinschaftlich beschlossen wir am Samstag den ersten Ruhetag auf unserem Trip einzulegen.

Bucht von Dingle in Richtung OstenBucht von Dingle in Richtung WestenBlick auf eine Eisenbahnviadukt bei Kells

Wie es weitergeht folgt dann in einem zweiten Teil

               

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